Studie "Pestizidbelastung der Luft" zeigt: Ackergifte überall

Jedes Mal, wenn wir Luft holen, atmen wir Pestizide ein. Egal, ob im Wald, auf dem Feld, am Meer, in der Stadt oder zuhause. Das ist das Ergebnis der wissenschaftliche Studie "Pestizidbelastung der Luft". Untersucht wurde, wo die Spritzmittel aus der konventionellen Landwirtschaft landen.

Die Studie wurde vom Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und dem Umweltinstitut München e.V. in Auftrag gegeben. Die GLS Bank ist Mitglied im Bündnis und hat die Studie zur Pestizidbelastung mitfinanziert. Jetzt liegt der Beweis vor: Pestizide verteilen sich über die Luft und kommen so überall hin.

Die Daten wurden mit Hilfe von neu entwickelten technischen Passivsammlern, Filtermatten aus Be- und Entlüftungsanlagen sowie durch Funde in Bienenstöcken erhoben. Die verschiedenen Messpunkte befanden sich in Städten und auf dem Land, in konventionellen sowie Bio-Agrarlandschaften sowie in unterschiedlichen Schutzgebieten.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Kein einziger der in ganz Deutschland verteilten 163 Standorte für Messpunkte war frei von Ackergiften.
  • In den Proben konnten insgesamt 138 Wirkstoffe nachgewiesen werden. Fast ein Drittel davon (30 %) ist in Deutschland nicht oder nicht mehr zugelassen.
  • Sämtliche Proben aus den Passivsammlern und Luftfiltern waren mit Glyphosat belastet.

Die Politik muss handeln

Aus den Ergebnissen der Studie folgt

  • ein Sofortverbot der in der Luft am meisten verbreiteten Wirkstoffe Glyphosat, Pendimethalin, Prosulfocarb, Metolachlor und Terbuthylazin.
  • ein Pestizid-Verbot bis 2035: Die EU-Kommission muss bis zum Jahr 2035 schrittweise alle chemisch-synthetischen Pestizide verbieten.
  • ein Pestizid-Monitoring: Die Bundesregierung muss ein jährliches, deutschlandweites Monitoring über die Verbreitung von Pestiziden in der Luft durchführen und die Kombinationswirkung unterschiedlicher Wirkstoffe in der Natur und im Menschen erforschen.
  • Schadensersatz: Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass der Bio-Landbau nicht durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden aus der konventionellen Landwirtschaft geschädigt wird.

Außerdem fordert die GLS Bank eine konsequente Abgabe auf Spritz- und Düngemittel. Wer Schaden an Boden und Trinkwasser verusacht, muss auch für die Kosten aufkommen.

Mehr Infos

Details zur Studie, wie und was mit welchen Ergebnissen untersucht wurde finden Sie auf der Website der Kampagne #AckerGifteNeinDanke

Zusammenfassung der Studie "Pestizid-Belastung der Luft"

Video auf Youtube: "Pesitzidbelastung der Luft"

Wissen & Fakten zu Pestiziden in der Luft auf der Expertenplattform whispert

 

Was können Sie tun?

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