Waldorfschule Everswinkel

Schule für Lebensfreude

Waldorfschule Everswinkel - Kinder hüten Schafe, Jugendliche ziehen Pflanzen und bauen ihr Traumhaus. Besuch in einer außergewöhnlichen Schule.

„Machen wir einen Rundgang!“, sagt Jürgen Günther. Einiges hat der Schulvorstand zu zeigen. Stolz ist er auf die Schulgebäude, die Werkstatt, den Stall, den Kindergarten. Wir befinden uns in Everswinkel im Münsterland. Wer das Gelände betritt, fühlt sich wie in einem kleinen Dorf. Die zehn teils verwinkelten Gebäude sind großzügig verteilt, jedes ist anders. Die Außenwände sind in warmem Rosa, Blau und Gelb gehalten. Drumherum sorgen Feld und Flur für Idyll.

Die Waldorfschule Everswinkel wurde buchstäblich auf der grünen Wiese gebaut. „Mitte der 90iger Jahre war hier nichts“, sagt Günther. In Münster war die Waldorfschule zu klein geworden. Also begannen einige Eltern mit der Suche. In Everswinkel wurden sie schließlich fündig und schufen aus dem Nichts eine Schule für über 270 Kinder und Jugendliche, die hier die 1. bis zur 11. Klasse besuchen. Kinder mit Behinderungen gehören zum Schulbild selbstverständlich dazu, bei meinem Rundgang fallen sie mir häufig gar nicht auf. „Heute heißt das inklusiv, früher war das integrativ. Wir haben das einfach immer schon gemacht“, sagt Petra Kottusch (Mehr über Waldorfpädagogik hier).

Wir beginnen unseren Rundgang mitten in einer Großbaustelle. In der 3. Klasse entstehen gerade Baumhäuser, ein Tempel und ein Gewölbe umgeben von Wasser. „Meins hat sogar einen Wasserfall“, erklärt Amos. Es ist Hausepoche, jeder soll sein Traumhaus bauen. Lehrerin Anka Müller-Tiburtius war überrascht von der Vorstellungskraft der Kinder: „Jeder hatte sofort ein Bild im Kopf.“ Wenn die Modelle fertig sind, wird die Klasse mit richtigen Handwerkern ein zwei Meter hohes Kinderhaus bauen. In den „Epochen“ nimmt sich eine Klasse jeden Tag eine Doppelstunde, um ein Fach oder Thema über mehrere Wochen zu bearbeiten.

Nebenan ist der Schulgarten. Karl Grünewald in Latzhosen und Gummistiefeln spornt hier regelmäßig die Schüler*innen der 6. Klasse an, die sich in Gruppen aufteilen und dann um ein eigenes Beet kümmern. Das heißt auch viel Unkraut jäten, damit Salate und Gemüse gut wachsen können. „Natürlich verlieren sie daran auch mal die Lust. Aber das muss sein, wir spritzen ja nichts“, sagt Karl Grünewald. Dafür können die Kinder ihre Ernte mit nach Hause nehmen. Oder sie wird direkt in der Mensa verarbeitet. In der Küche ist gerade eine große Schüssel Spinat angekommen.

Foto: Rouven Kasten

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