Metropolenhaus

Kreativer Freiraum für die Nachbarschaft

Wie eine Marathonläuferin bei Kilometer 37 fühlt sich Benita Braun-Feldweg in diesen Tagen. Wenn sie im Dezember die Ziellinie erreicht, ist das Metropolenhaus in Berlin endlich fertig. Die Architektin blickt von der Baustelle hinüber zum Jüdischen Museum. „Etwa 2.000 Touristen kommen täglich vorbei. Es wäre toll, wenn ein Teil dieser Menschen bald unser Haus betritt — gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils.“

Hier in der Südlichen Friedrichstadt, wo 70 Prozent der Einwohner*innen einen Migrationshintergrund haben, entsteht im Erdgeschoss neuer Raum für Interaktion und Austausch. Es soll ein lebendiger Mix werden aus Läden, Gastronomie und Projekträumen. „Ob Filmvorführungen, Sprachkurse, Konzerte, Ausstellungen oder Aktionen mit den umliegenden Schulen — es wird sich zeigen, was die Menschen verbindet, was im Kiez funktioniert“, blickt Benita Braun-Feldweg in die Zukunft. In den oberen Etagen entstehen Wohnungen und Büros. Deren Verkauf wird den kreativen Freiraum im Erdgeschoss möglich machen. Und gleichzeitig übernehmen die Eigentümer Verantwortung für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Mit dem Team bfstudio-architekten/Metropolenhaus haben Benita Braun-Feldweg und Matthias Muffert 2012 den Zuschlag für das Grundstück am ehemaligen Blumengroßmarkt erhalten. Das gab es in Berlin noch nie: Das Grundstück wurde nicht zum Höchstpreis, sondern zum Mindestpreis vergeben — das Konzept war maßgeblich. Benita Braun-Feldweg: „Wenn wir mitten in der Stadt bauen, haben wir natürlich einen gestalterischen Anspruch. Aber wir müssen uns auch fragen, wie das Gebäude im öffentlichen Raum andockt. Immerhin profitieren wir von dem prominenten Platz im Stadtteil und möchten auch etwas zurückgeben.“ Mit dem Metropolenhaus ist sie nicht mehr nur Architektin, sondern zugleich Stadtteilentwicklerin, Kulturmanagerin, Kreativagentur und Projektkoordinatorin. Das ist enorm vielfältig und spannend — und manchmal auch ganz schön anstrengend. Wie im Marathon bei Kilometer 37.

Text: Katrin Schaefer

Foto: bobsairport

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