28.01.2019

Klimawandel – Wirtschaft und Politik müssen jetzt handeln

Bochum/Frankfurt, 29.01.2019. Für Deutschlands Unternehmen ist es höchste Zeit, sich klimafreundlich aufzustellen. Trotz des in weiten Teilen der Wirtschaft vorhandenen Bewusstseins drücken zu viele beim Klimaschutz auf die Bremse, warnt die sozial-ökologische GLS Bank.

Der Bedarf an effektiven Maßnahmen zum Klimaschutz steigt. Die Versäumnisse führen zu hohen Kosten, da die notwendigen Anpassungen umso drastischer ausfallen werden. Etwa in der Landwirtschaft, die ihre Treibhausgasemissionen vor einigen Jahren noch um 14 Prozent reduzieren musste. Heute sind es bereits über 30 Prozent, die bis 2030 eingespart werden müssen. Im Energiesektor sind es sogar 62 Prozent.

CO2-Abgabe muss sofort eingeführt werden
Eine CO2-Abgabe würde dazu beitragen, die wahren Kosten und damit auch die Risiken bereits heute einzupreisen. Dazu sagt Vorstandssprecher Thomas Jorberg: „Noch haben wir die Chance, mit 40 Euro pro Tonne CO2 einzusteigen. Dies ist für Unternehmen und Privathaushalte gut verträglich. Aber je länger wir warten, desto höher muss der Preis ausfallen. Und dann wird es zu sozialen Verwerfungen und wirtschaftlichen Einbrüchen ungeahnten Ausmaßes kommen.“ So müsste 2025 der Einstandspreis voraussichtlich bei weit über 100 Euro pro Tonne liegen, um die Erderwärmung noch auf deutlich unter zwei Grad zu beschränken. Dies würde aufgrund fehlender Anpassungszeit zu bedrohlichen Einbußen betroffener Unternehmen führen.

Abgabe auf Spritz- und Düngemittel muss schnellstmöglich folgen
Gleichermaßen verhält es sich mit der Abgabe auf Spritz- und Düngemittel. Wenn Politik und Landwirtschaft das Pestizid- und Nitratproblem nicht in den Griff bekommen, wird sich der Preis für Trinkwasser um bis zu 60 Prozent erhöhen. Dies träfe mit den Verbrauchern nicht nur die Falschen, sondern wäre auch deutlich teurer, als wenn wir heute die dringend notwendigen Abgaben in der Landwirtschaft einführen.

Versteckte Risiken einkalkulieren
Diese Abgaben werden tatsächlich vorhandene, aber noch versteckte Risiken in den Bilanzen sehr vieler Unternehmen und kumuliert bei den finanzierenden Banken sichtbar machen. Die oftmals zitierten 1 bis 2 Prozent an möglichen Stranded Assets in den Bankbilanzen sind deutlich zu gering, da sie sich nur auf die fossile Energiebranche beziehen. Viele aktuelle Geschäftsmodelle werden die Transformation in eine kohlenstoffarme Wirtschaft nicht überstehen. Auch Investoren sind betroffen. Bei einem durchschnittlichen Portfolio ist mit bis zu 20 Prozent Einbußen durch klimabedingte Risiken zu rechnen.

Weiteres Wachstum der GLS Bank
Das Kundengeschäftsvolumen beläuft sich 2018 erstmals auf rund 10 Mrd. Euro. Dabei ist das Kreditvolumen der GLS Bank um 11 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro gestiegen. Die Kundeneinlagen sind um 13 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro angewachsen. Auch das Stiftungsgeschäft der GLS Treuhand hat zugenommen auf 126 Mio. Euro, allein der ökologische Saatgutfonds sammelte 1,5 Mio. Euro an Spenden ein.

Erfolg mit eigenen Fonds
Die Kundendepots wuchsen auf über 1 Mrd. Euro. „Die Kunden*innen schenken insbesondere unseren eigenen Fonds viel Vertrauen“, sagt Marktvorstand Christina Opitz. „Der GLS Bank Aktienfonds ist im vergangenen Jahr fünf Jahre alt geworden. In der kurzen Zeit stieg das Volumen in diesem Fonds auf über 148 Mio. Euro. Wir können neben Authentizität und Transparenz nun auch mit langjähriger Expertise überzeugen. Unser neuer B.A.U.M. Fair Future Fonds eröffnet den Anleger*innen die Möglichkeit, in kleine und mittelständische Unternehmen zu investieren, die sich z. B. mit Recycling, Müllbegrenzung und Verringerung des CO2-Ausstoßes auf den Weg gemacht haben und sehr ernstzunehmende Ziele haben. Ihre Maßnahmen werden sich bezahlt machen.“