Grafik von einer grünen Regentonne.

Grüner Weiler

Regenwasser für den Hausgebrauch nutzen.

Stand: Dezember 2024

Es war ein relativ normaler Novembertag, an dem Thorsten Liebold mit seiner Frau und seinen Nachbarn zusammensaß, in Münster. Und wie das manchmal so ist unter Freunden, ging es schnell um die ganz großen Themen. Heute, etwa elf Jahre nach dem gemütlichen Beisammensein, hat Liebold die Antwort gefunden, in Zusammenarbeit mit vielen Mitstreiter*innen. Auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne in Münster steht das Ergebnis des damaligen Findungsprozesses: der Grüner Weiler, ein Wohnkomplex mit über 100 Wohnungen. Stolz zählt Liebold die Vorteile des Bauprojekts auf, etwa die auf Geothermie und Photovoltaik ausgerichtete Energieversorgung. Aber auch über einen Punkt, der bis heute wenig Aufmerksamkeit bekommt, wenn in Deutschland übers Bauen im Besonderen, aber auch über ein ressourcenschonendes Wirtschaften im Allgemeinen gesprochen wird: die Wasserversorgung. 

Nasses Deutschland

Im Gegensatz zu anderen Weltregionen ist Trinkwassermangel in Deutschland bislang kaum ein Thema. Das Land ist gesegnet mit ausreichend Versorgung – eigentlich. Doch auch hierzulande macht sich die Klimakatastrophe bemerkbar. Die Grundwasserspiegel in vielen Teilen Deutschlands sinken gerade in heißen, trockenen Sommern deutlich, Dürren treten immer öfter auf. Die Folgen dessen zeigten sich besonders etwa in den vergangenen Jahren in Brandenburg. Das Bundesland ist eine der trockensten Regionen Deutschlands. Und ausgerechnet dort siedelte sich die Gigafactory eines US-amerikanischen Elektroauto-Herstellers an. Wirtschaftspolitisch ein Coup für die Regierung, wasserpolitisch ein Drama. Klagen durch Umweltverbände folgten, ausgestanden ist der Streit noch nicht. Zumal der örtliche Wasserverband den Bau geplanter Schulen und Kitas stoppte. Die Trinkwassermengen könnten langfristig nicht reichen. Was das in der Praxis bedeutet, lässt sich am Grünen Weiler besichtigen. Dort nutzen Thorsten Liebold und die anderen Mitbewohner*innen beispielsweise Regenwasser in einer ganz neuen Dimension. 

Grünflächen, Waschmaschine und Toilette

Der Grüne Weiler wird das Regenwasser nicht nur zur Grünflächenbewässerung einsetzen, sondern auch zu Zwecken, für die es keine Trinkwasserqualität braucht, also zur Toilettenspülung und zum Betrieb der Waschmaschinen im zentralen Waschsalon der Wohnanlage. Was erst mal eher nebensächlich klingt, würde eine massive Reduktion des täglichen Wasserverbrauchs bedeuten. Durchschnittlich verbrauchen Menschen in Deutschland 126 Liter Wasser pro Tag. Allein 30 bis 35 Liter entfallen dabei auf die Toilettenspülung, weitere 15 Liter auf das Wäschewaschen. Durch diese zwei Maßnahmen reduziert sich der Trinkwasserverbrauch also gleich um etwa 40 Prozent.

 Lies mehr über das Wohnkonzept in unserem Beitrag

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