Bengt Johannsen steht in Hamburg am Wasser auf einer Brücke.

Hamburger Zukunftsentscheid

Klimaschutz: "Wir haben uns schon gefragt, ob wir das schaffen."

Stand: Juni 2026

Bengt Johannsen erzählt von seinen Erfahrungen beim Hamburger Zukunftsentscheid.

Die Klimabewegung war ins Stocken geraten. In der Politik hieß es, es gebe keine Mehrheiten für Klimaschutz. Das war die Situation, als ich Ende 2023 zum Orgateam des Hamburger Zukunftsentscheids stieß. Zwei Jahre später konnten wir zeigen, dass es doch eine breite gesellschaftliche Basis für Klimaschutz gibt: 53,2 Prozent der Wählerinnen in Hamburg haben sich für unser soziales und transparentes Klimaschutzgesetz entschieden. Als Jurist finde ich besonders toll, dass der Volksentscheid ein verbindliches Gesetz schafft, das ohne Einflussmöglichkeit der Politik in Kraft tritt. 

„Meine Motivation kam daher, dass viele Menschen sich über lange Zeit engagiert haben,“ so Bengt Johannsen.

Hinter uns stand ein breites Bündnis: Da waren neben Akteur*innen aus dem Klima- und Umweltbereich viele Unternehmen, Theater, Kirchen, Mietervereine, die Caritas, der FC St. Pauli… Das hat gezeigt: Klimaschutz ist ein Querschnittsthema und in der Breite der Gesellschaft verankert. Es gab aber auch mehrere Gegenkampagnen, unter anderem von der SPD und einzelnen Unternehmen. Wir konnten immer belegen, dass unsere Vorschläge machbar und sinnvoll sind. Mehr als 70 Wissenschaftler*innen haben das in einem offenen Brief bestätigt.

Statt Ängste zu schüren, haben wir gezeigt, welche Vorteile Klimaschutz bringt, wenn er sozialverträglich gestaltet wird. Am meisten hat mich ermutigt, dass wir so viele Menschen politisiert haben. Der Zukunftsentscheid hat der Frustration – ‚Irgendwie passiert doch nichts Positives‘ – etwas entgegengesetzt: Gemeinschaft, Rückhalt für die Klimabewegung, auch wieder mehr Hoffnung. Jetzt geht unsere Arbeit weiter: Das Gesetz gibt den Rahmen für Klimaschutz in Hamburg vor und wir werden aktiv aus der Gesellschaft heraus die Umsetzung begleiten.

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© Foto: Achim Multhaupt

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