
Blau-Weiß Bochum
Bochumer Vereinsbad bringt Menschen zusammen.
Stand: Februar 2025
Der Sportverein Blau-Weiß Bochum 1896 bietet Schwimmen, Triathlon, Wasserball und Breitensport an. Alle Sportarten sind mit dem vereinseigenen Schwimmbad im Bochumer Wiesental verbunden. Der Verein steht für Inklusion, Integration und Nachhaltigkeit. Viele Frauen aus der Ukraine, durch den Krieg vertrieben, haben hier mit ihren Kindern eine neue Sportstätte und Heimat gefunden. Nun wird das Bad für die nachfolgende Generation zukunftssicher aufgestellt. Ein Klimakonzept listet die notwendigen Schritte auf – insgesamt werden dafür Investitionen in Höhe von 1,5 Millionen Euro benötigt. Die GLS Bank steuert ein Drittel der Mittel in Form eines Bürgschaftsdarlehens bei.
Wasserball, die große Liebe
Wasserball. Das war sofort eine große Liebe. Oleksandras Augen leuchten und ihre Mimik wird wach und lebendig. 15 war die Ukrainerin damals, als sie eher aus der Not heraus, wegen gesundheitlicher Probleme, vom Schwimmen in den Mannschaftssport wechselte. Wasserball ist anders als Schwimmen. Es ist kraftvoller, ein Spiel, wie ein großer Schluck aus der Energydrinkdose. Oleksandra hatte Talent, ging in der Ukraine erst in die Sportklasse und später auf die weiterführende Sportschule, wo die richtig Guten landeten. Nach nur einem Jahr Wasserball wechselte sie in die Nationalmannschaft. Oleksandra Myronenko ist inzwischen 41 Jahre alt. Sie lebt heute in Bochum und arbeitet in Mülheim. Am 8. Marz 2022, am Weltfrauentag, kam sie mit ihren beiden Töchtern, zu dem Zeitpunkt 14 und 17, hier an. Sie verließ Charkiw wenige Tage nach Ausbruch des russischen Angriffskriegs.
"Ich dachte erst, ich schaffe das, aber ich konnte schon nach einer Woche nicht mehr." erzählt Oleksandra Myronenko
Von anderen Sportlerinnen hatte sie vom Bochumer Schwimmverein gehört: dass sie dort Wasserball-Trainerinnen suchen und bei der Unterbringung helfen. Lange bleiben wollte sie nicht, nur für die Dauer des Krieges. Im Rückblick sagt sie: „Der Verein hat so vielen Familien geholfen, es sind weit über hundert Ukrainerinnen und Ukrainer gekommen. Alle sind über den Wassersport miteinander verbunden. Das war von Anfang an eine großartige Unterstützung. Die Vereinsmitglieder haben für jeden von uns eine Wohnung gefunden und sind zum Jobcenter mitgegangen.“
Das Schwimmbad im Wald
Als Kassenwart des SV Blau-Weiß Bochum 1896 sagt Frank Lautner mit Überzeugung und Inbrunst: „Wie wertvoll diese Wasserstätte ist!“ Auch Lautners Hobby ist das Schwimmen, der Verein für ihn „ein Traum“. Der SV Blau-Weiß, der das zentral gelegene Freibad in Bochum betreibt, zählt 6.000 Mitglieder. Dank der Traglufthalle, die von Oktober bis April die Bahnen überspannt, ist das Bad ganzjährig geöffnet. Im Sommer laufen bis zu 2.500 Menschen am Tag durch die Anlage. Es ist eine Mammutaufgabe, alles sauber zu halten. Ständig wird durchgefeudelt und trockengewischt. Abends arbeiten die Profireinigungskräfte und auch „das kleine gelbe Moped dahinten“ komme zum Einsatz, sagt Lautners Vorstandskollege Christoph Heidenreich. Er zeigt auf den Beckenbodenreiniger am Rand des großen Beckens.
Das Klimakonzept des Vereins
Ehrenamtliche Zeit investieren die Vereinsaktiven auch in den Klimaschutz und damit in den Erhalt ihres Gemeinschaftsorts. Der SV Blau-Weiß hat sich einiges vorgenommen – und die Gemeinschaft trägt dazu bei, dass die Mission gelingen kann. So finanziert sie einen Teil der für die Sanierungsmaßnahmen notwendigen 1,5 Millionen Euro Investitionsvolumen mit einem Bürgschaftsdarlehen der GLS Bank. Bei dieser Form der Finanzierung garantieren viele Mitglieder einer Gemeinschaft für jeweils kleine Teilbeträge, sodass der Gesamtkredit sofort ausgezahlt werden kann.
Mehr über das Klimaschutzkonzept und den Verein in unserem Beitrag
Fotos: Teresa Rothwangl