Zwei weiblich gelesene Personen spiegeln sich in einem verzierten Spiegel.

Grand Beauty Salon

Ein mutiges Kunstprojekt, das Menschen in Begegnung bringt.

Stand: Juni 2026

Liebe Frauke, Du bist Künstlerin und betreibst einen nicht ganz alltäglichen Schönheitssalon. Wie kam es dazu?

Der Grand Beauty Salon ist ursprünglich als sozialkünstlerisches Format entstanden, um Menschen mit verschiedenen Prägungen zusammenzubringen. Es begann 2014 mit einem improvisierten Pop-up-Salon in der Augsburger Fußgängerzone. Auf einer Treppe luden Schönheitsexpert*innen aus dem Iran, aus Gambia, Mazedonien und Deutschland interessierte Passant*innen ein, ein Schönheitsangebot wahrzunehmen und in Kontakt miteinander zu kommen. Viele der Schönheitsexpert*innen damals waren Geflüchtete ohne Arbeitserlaubnis, deren Asylanträge noch liefen. Solange über einen Asylantrag noch nicht entschieden ist, hängen die Betroffenen in einer Wartesituation fest. Begegnungen auf Augenhöhe werden damit noch schwieriger als sie es ohnehin – etwa durch Sprachbarrieren – schon sind. Meine Idee war es damals, dass Menschen ohne Arbeitserlaubnis im Rahmen eines künstlerischen Projektes eben doch in Aktion treten können. Basierend auf dem Grundgesetz sind Kunst und Bildung frei und somit können wir unsere Visionen einer besseren Welt in die Welt tragen und sie ausprobieren.

Was ist mittlerweile aus der Idee von damals geworden?

Heute arbeiten fünf Personen festangestellt und jeweils acht bis 15 weitere als Ehrenamtliche mit im Projekt. Der Grand Beauty Salon in Leipzig öffnet zweimal in der Woche seine Türen. Dort wird jede*r willkommen geheißen, denn um genau dieses Erlebnis geht es: Jede*r ist willkommen und darf sein, wie sie oder er ist.

Wie schöpfst Du in herausfordernden Zeiten mit Deinen Mitstreitenden immer wieder Kraft? 

Zu viele Menschen erleben in Deutschland Ablehnung und Geringschätzung und dass andere nicht einverstanden sind mit ihrem Hiersein. Ich glaube, vielerorts trauen sich Menschen schlicht nicht, sich zu Wort zu melden, wenn Ungerechtigkeit geschieht. Es braucht Mut und Know-how, um Diskriminierung im Alltag zu begegnen. Wir machen mit unserem Team Selbstbehauptungsworkshops und Workshops zu Gewaltfreier Kommunikation, um die Einzelnen zu stärken.

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© Fotos: Madhumita Nandi

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