31.08.2026

Warum wir vor den Landtagswahlen über Vielfalt, Demokratie und Zukunftsmut sprechen

Was hat Demokratie mit Banking zu tun? Eine ganze Menge, finden wir. Gesellschaft und Wirtschaft gehören zusammen. Ausgrenzung schadet beidem. Zukunft entsteht gemeinsam.

Drei Landtagswahlen, ein spürbarer Rechtsruck und ein öffentlicher Diskurs, der sich immer weiter verschiebt: Gerade erleben wir, wie rechte Positionen gesellschaftlich anschlussfähiger werden. 

Was vor wenigen Jahren noch als Tabubruch galt, taucht heute in Talkshows, Leitartikeln und politischen Debatten als scheinbar legitimer Vorschlag auf. Das verändert das gesellschaftliche Klima, verschiebt die Grenzen des Sagbaren und setzt all jene unter Druck, die nicht in ein enges, ausgrenzendes Verständnis von Zugehörigkeit passen. 

Warum beschäftigt uns das als Bank? 

Weil wir nicht außerhalb dieser Gesellschaft arbeiten. Unsere Kund*innen, Mitarbeitenden und Partner*innen leben in genau diesem Klima. 

Viele von ihnen engagieren sich für Bildung, Pflege, soziale Infrastruktur, nachhaltige Landwirtschaft, Kultur, Integration, Inklusion und Klimaschutz. 

Gleichzeitig erleben viele, dass der Ton härter wird, Vielfalt stärker infrage steht und autoritäre, menschenabwertende Positionen an Raum gewinnen.  

Regionale Wahlen als politische Wegmarken

Die anstehenden Landtagswahlen sind deshalb mehr als regionale Wahltermine. Sie sind politische Wegmarken. Sie zeigen, wie weit sich rechte Narrative bereits normalisiert haben und wie stark sie Debatten, Prioritäten und politische Entscheidungen prägen können.

Wenn Wahlkämpfe auf Abwertung, Abschottung und Angst setzen, bleibt das nicht folgenlos. Es beschädigt den demokratischen Zusammenhalt, verunsichert Menschen und verengt den Blick auf die Zukunft. 

Und es bedroht auch ökonomisch das, was eine offene Gesellschaft stark macht:
Vertrauen, Vielfalt, internationale Zusammenarbeit, Fachkräfte, soziale Stabilität und die Bereitschaft, gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Wer Vielfalt politisch abwertet, schwächt damit auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Resilienz. 

Gerade die Debatten über Migration zeigen das deutlich. Immer wieder werden Menschen mit Migrationsgeschichte, Geflüchtete oder ganze Bevölkerungsgruppen zu Sündenböcken für wirtschaftliche und soziale Probleme gemacht.

Das ist nicht nur menschenfeindlich. Es ist auch sachlich falsch. 

Ohne Einwanderung und ohne die Arbeit von Menschen mit internationaler Familiengeschichte würden viele Unternehmen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen und öffentliche Strukturen nicht funktionieren. 

Ebenso gefährdet diese Entwicklung das kulturelle Leben in seiner bunten Vielfalt und macht unseren Alltag ärmer.

Für uns ist das keine abstrakte Debatte. Wer Menschen aufgrund einer bestimmten Zugehörigkeit abwertet, verschiebt die Grenze schnell so, dass bald die Nächsten betroffen sind.

Unser Gegenbild: Zukunftsmut

Genau deshalb reicht es nicht, den Rechtsruck nur zu beklagen. Wir müssen ihm auch etwas entgegensetzen. Für uns heißt dieses Gegenbild Zukunftsmut. 

Zukunftsmut heißt nicht, die Lage schönzureden. Zukunftsmut heißt auch nicht, immer schon die richtige Antwort zu haben.

Für uns heißt Zukunftsmut: Trotz Unsicherheit entlang der eigenen Werte zu handeln. 

Also dort klar zu bleiben, wo Menschenwürde, Vielfalt und demokratischer Zusammenhalt unter Druck geraten – und gleichzeitig das zu stärken, was eine gute Zukunft möglich macht. 

Geld nicht als Selbstzweck, sondern als Gestaltungsmittel

Wir finanzieren nicht irgendein Wachstum, sondern gezielt soziale, ökologische und gemeinwohlorientierte Vorhaben. 

Wir unterstützen Menschen, Unternehmen und Initiativen, die Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft stärken und tragfähige Lösungen entwickeln. Das ist unser Geschäftsmodell.

Denn nachhaltiges Banking heißt nicht nur, fossile oder zerstörerische Geschäftsmodelle auszuschließen. Es heißt auch, gezielt Zukunft zu ermöglichen: mit Investitionen in Zusammenhalt, Teilhabe, Bildung, Versorgung, demokratische Kultur und eine resiliente Wirtschaft, die vielen dient statt wenigen. 

Deshalb sprechen wir vor diesen Wahlen über Vielfalt, Demokratie und Zukunftsmut. 

Denn Zukunftsmut heißt für uns: klare Haltung statt stiller Zustimmung. 
Für Menschen. Für Zusammenhalt. Und für eine Wirtschaft, die Zukunft ermöglicht.

 

Foto: Ravi Sejk