06.01.2026

Interview mit Maja Göpel

Seit über 25 Jahren arbeitet Prof. Dr. Maja Göpel an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft – als Politökonomin, Expertin für Transformation und als Nachhaltigkeitswissenschaftlerin. Wir haben sie für das GLs Bank Magazin interviewt.

Im aktuellen wirtschaftlichen und politischen Diskurs wird Nachhaltigkeit oft nur noch als „Bonus“ betrachtet, nicht als Grundlage. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? 

Als Transformationsforscherin interessieren mich immer Akteure und die Strukturen, in denen sie agieren. Aus meiner Sicht sind die planetaren Grenzen in weiten Teilen der politischen und ökonomischen Elite verstanden worden und die wachsende Ernsthaftigkeit, mit der 2019 und noch bis 2021 an einer politischen Antwort darauf gearbeitet wurde, hat den Besitzern der fossilen Reichtumsgarantien nicht gefallen. Es geht ja nicht nur um Brennstoffe, sondern auch um Plastikvermüllung, bergeweise Polyestertextilien, industrielle Düngemittel, großskalige Wasserverschmutzung – Öl, Gas und Kohle sind der rote Faden durch die Geschichte der Umweltzerstörung.

Warum ist dieses vermeintliche Ausspielen von „der Wirtschaft“ gegen „das Klima“ als Narrativ immer noch so wirkmächtig? 

Weil wir die ökonomischen Messgrößen und Modelle nicht angepasst haben: BIP, Konjunkturprognosen, Produktivitätsdefinitionen, Betriebsergebnisse – nirgendwo sind bisher Korrekturen erfolgt, die den erodierenden Bestand von Naturkapital spiegeln würden oder das Risiko anzeigen, komplexe Systeme über Kipp-Punkte zu treiben, also aus ihren dynamisch-stabilen Regenerationszyklen.

"In den Schlagzeilen der Wirtschaftsredaktionen tun wir plötzlich auch wieder so, als würden Ressourcen, Flächen, Wasser, Nahrung, Rohstoffe schon irgendwo herkommen, Hauptsache, der Geldzuwachs wird nicht kurzfristig weniger." Prof. Dr. Maja Göpel

Lies das ganze Interview auf unserem Blog

Fotos: Oliver Wachenfeld, Linda Schäffler

Maja Göpel lehnt an einer Fensterbank in einem modernen Gebäude.