04.08.2026

GLS Bank: Rüstung ist kein Innovationstreiber

Die Wirtschaftsvereinigung der Grünen, eine den Grünen nahestehende Unternehmensvereinigung, sieht in der Rüstungsindustrie Potenzial als Innovationstreiber. Darüber berichteten kürzlich verschiedene Medien.

Dazu sagt GLS Vorständin Aysel Osmanoglu:
„Resilienz und Sicherheit haben angesichts der geopolitischen Eskalationen neue Dringlichkeit gewonnen. Die zentrale staatliche Antwort darauf sind wachsende Verteidigungsausgaben. Sicherheit darf jedoch nicht allein militärisch gedacht werden. Aus ökonomischer Sicht sehen wir es als problematisch an, die Rüstungsindustrie zum neuen Wachstums- und Innovationstreiber zu erklären. Langfristiges Wachstum, Resilienz und Stabilität entstehen vor allem durch Investitionen in erneuerbare Energien, Bildung, soziale Infrastruktur und gutes, bezahlbares Wohnen. Insgesamt besteht erhebliches Wachstumspotenzial in Green- und Clean-Tech-Sektoren. Ein staatlich privilegierter Markt für Rüstung lenkt Kapital und industrielle Kapazitäten in einen Bereich mit sehr begrenztem gesamtwirtschaftlichem Nutzen, während Zukunftsbranchen ins Hintertreffen geraten. Auch die wirtschaftlichen Spillover-Effekte sind wissenschaftlich umstritten. Verteidigungsfähigkeit ist notwendig, bildet aber keine tragfähige Leitstrategie für wirtschaftliche Entwicklung.“

Aysel Osmanoglu ist auch Mitglied des Wirtschaftsbeirats der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Bereits im Frühjahr hat die GLS Bank eine Übergewinnsteuer für Rüstungsunternehmen gefordert.

Eine Frau mit braunen Haaren in einer hellen Bluse steht vor einem gestreiften Hintergrund.