Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit - jeden Tag!

16 % weniger

Frauen verdienen in Deutschland pro Stunde 16 % weniger als Männer. In Euro: Während Frauen durchschnittlich 22,81 Euro brutto pro Stunde erhalten, sind es bei Männern 27,05 Euro pro Stunde.
Die Verdienstlücke scheint wie festzementiert. Auch 2024 betrug sie schon 16 %. Da sind andere europäische Länder weiter. Belgien zum Beispiel belegte 2023 mit 1 % einen Spitzenplatz, in Italien waren es 2 %, in Rumänien 4 %. Der europäische Gender Pay Gap liegt 2025 bei 12 %. 
Die Verdienstlücke ist nicht gerecht! Wir fordern Equal Pay, every day!

Erklärungsversuche

Unbereinigter Gender Pay Gap

Die Ursachen für diese Verdienstlücke im Fachjargon "unbereinigter Gender Pay Gap" lassen sich zu rund 60 % "erklären", so das Statistische Bundesamt. Als Gründe nennt es, dass Frauen häufiger als Männer 

  • in Branchen und Berufen arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird
  • Teilzeit arbeiten
  • Jobs mit einem entsprechenden (A.d.R. niedrigeren) Anforderungsniveau erledigen

Die Verdienstlücke tut sich in der Regel ab einem Alter von 30 Jahren auf.  Das ist das Durchschnittsalter, in dem Frauen in Deutschland ihr erstes Kind bekommen. Während der Bruttostundenverdienst bei Männern weiterhin steigt, stagniert er bei Frauen ab diesem Zeitpunkt. Denn wegen Kind und Familie reduzieren sie häufig ihre Vollzeitstelle oder unterbrechen ihre Karriere. Beträgt die Verdienstlücke bis zum Alter von 30 Jahren ungefähr 9 %, sind es mit 49 Jahren 28 %. 

Bereinigter Gender Pay Gap: 6 % weniger

Nicht erklärt ist, weshalb der "bereinigte Gender Pay Gap" in Deutschland immer noch 6 % beträgt. Das ist nicht gerecht und nicht rechtens. So entschied das Bundesarbeitsgericht im Februar 2023: Für gleiche Arbeit steht Arbeitnehmer*innen gleicher Lohn zu. Das ist an sich nichts Neues. Bereits in Artikel 157 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union von 1956 steht: "Jeder Mitgliedstaat stellt die Anwendung des Grundsatzes des gleichen Entgelts für Männer und Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit sicher." Ist das nicht der Fall, handelt es sich um Diskriminierung von Frauen. Verträge und Gesetze alleine helfen offensichtlich nicht. Solange das so ist, müssen Frauen ihre Rechte erstreiten.

Eine Lücke bleibt selten allein

Gender Care Gap: Wusstest Du, dass Frauen Tag für Tag über 40 Prozent mehr unbezahlte Pflegearbeit leisten als Männer?
Und es gibt noch mehr Lücken, die Du kennen solltest 

Für Gerechtigkeit

Es braucht viele Anstrengungen und viel Ausdauer, um strukturelle Ungerechtigkeiten zu beheben und die Verdienstlücke zu schließen, von allen. Eine gute Gelegenheit, das ins Bewusstsein zu bringen ist der 

Frauenstreik am 9. März

Equal Pay bei der GLS Bank?

In der GLS Bank erheben wir seit 2020 den unbereinigten Gender Pay Gap. Vor diesen Erhebungen war vielen Mitarbeiter*innen gar nicht bewusst, dass auch bei der GLS Bank die Bezahlung nicht gleich ist. Zum 31. Dezember 2025 betrug der unbereinigte Gender-Pay-Gap (GPG) 5,5 %. Im Jahr davor waren es 6,14 %. Die Lücke wird kleiner.

Wichtig ist der GLS Bank auch, dass die Gehaltsunterschiede zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Einkommen nicht zu groß werden. Hier streben wir eine "Gehaltsspanne" an, die konstant unter 8 % liegt. Am 31.12.2025 war das höchste Gehalt 6,3-mal höher als das niedrigste (Gehaltsspanne zum 31.12.2024: 6,5).

In welchen Positionen arbeiten Männer und Frauen bei der GLS Bank?

Im Jahr 2025 war der Vorstand mit zwei Frauen und zwei Männern besetzt. Bei der GLS Bank arbeiten 954 Menschen. 56,81 % der Beschäftigten sind Frauen, 43,08 % männlich und 0,11 % divers.

Anteil der Frauen in Führungspositionen in %

Zeitpunkt1. Führungsebene2. Führungsebene3. FührungsebeneUnbereinigter
Gender Pay Gap %
31.12.201940,0 28,641,0--
31.12.202050,033,042,113,7
31.12.202150,031,045,512,0
31.12.202250,042,441,211,8
31.12.202360,043,660,57,3
31.12.202450,044,764,16,1
31.12.202550,045,965,05,5

Maßnahmen für Lohngerechtigkeit

Frauen & Männer in der GLS Bank

954 Menschen arbeiteten 2025 bei der GLS Bank, 56,81 % weiblich, 43,08 % männlich und 0,11 % der Mitarbeitenden ordneten sich keinem der beiden Geschlechter zu. Stand 31.12.2025

Illustration zweier weiblich gelesener Personen

Frau. Macht. Geld.

Frauen in Deutschland haben im Alter rund 26 % weniger Rente als Männer. Ohne Einkünfte aus einer Hinterbliebenenrente sind es sogar rund 37 % weniger. Ein Drittel der Frauen zahlt 0 Cent in ihre Altersvorsorge. Das muss sich ändern. Plane deshalb so früh wie möglich Deine finanzielle Unabhängigkeit.

Zur GLS Initiative für Frauen