Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen


Seit über 30 Jahren stehen wir als GLS Bank für die Finanzierung der Energiewende.

Die Abhängigkeit von fossilen Energien autoritärer Staaten und die dadurch ausgelöste Energiekrise im Jahr 2022 bestärken uns in unserer Vorreiterrolle bei den erneuerbaren Energien: Sie sind elementarer Bestandteil einer Friedenspolitik. Wir begrüßen die Erhöhung der Ausbauziele der Bundesregierung für PV. Aus unserer Sicht lassen sich die Ausbauziele aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ausschließlich durch Aufdachanlagen realisieren.

Wir haben daher sozial-ökologische Kriterien für Photovoltaik-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen aufgestellt.

Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen

Unsere sozial-ökologischen Kriterien

Für die inhaltliche Bewertung zukünftiger Kreditentscheidungen ist dieser Kriterienkatalog Voraussetzung. Je nachdem, wie eine Freiflächenanlage in den einzelnen Kriterien abschneidet, gibt es entsprechende Entscheidungspfade.

 

Flächenkonkurrenz Landwirtschaft

  • Anlagengröße
  • Flächeneigentümer
  • Standortwahl
  • Bodenpunkte
  • Flächenverfügbarkeit und Bodenpreise

Biodiversität & Bodenschutz

  • Bodenart und -nutzung
  • Ökologischer Anlagenbetrieb

Akteursstruktur und lokale Verankerung

  • Projektgesellschafter
  • Beteiligung von Bürger*innen oder Kommune
  • Stromnutzung

Systemdienlichkeit

  • Innovative Anlagenelemente

Spannungsfeld: Freiflächenphotovoltaik - Nahrungsmittelproduktion

Gründe für Freiflächenphotovoltaik


Beim Vergleich des prognostizierten Flächenverbrauchs von Freiflächenphotovoltaik (1-1,7 Prozent) mit dem heutigen Flächenverbrauch von Energiepflanzen (14 Prozent) und Futtermitteln (60 Prozent), ernten Photovoltaikanlagen auf der gleichen Fläche deutlich mehr Energie als Energiepflanzen, die zusätzlich oft einen schädlichen Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden erfordern. Ferner zeigen Studien, dass sich mit richtig konzeptionierten Freiflächenanlagen die Biodiversität erhöht, was ein wichtiger positiver Nebeneffekt von Freiflächenphotovoltaikanlagen auf ehemaligen Ackerböden ist. Auch nutzen Landwirt*innen PV-Anlagen, um ökonomische Unsicherheiten auszugleichen. Flächen mit geringen Erträgen auf schlechteren Böden oder Ernteausfälle aufgrund von Dürren oder Überschwemmungen lassen sich leichter kompensieren. Zudem beteiligen sich Bürger*innen und Kommunen direkt an Solarparks in ihrer Region – die Pachteinnahmen fließen dadurch unmittelbar an sie zurück.

Auch deshalb ist im Rahmen der EEG-Förderung der Bau von PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Das Umweltbundesamt unterstützt diese Entwicklung und Umwelt- und Solarverbände haben Leitfäden für eine umweltverträgliche Umsetzung von PV auf landwirtschaftlichen Flächen entwickelt.

Doch auch das soziale Spannungsfeld wie Bürgerbeteiligung besteht, was uns dazu veranlasst hat, einen Kriterienkatalog zu entwickeln.

 

 

  • Flächenverbrauch
  • Biodiversität
  • Ausgleich ökonomischer Unsicherheiten
  • Bürgerbeteiligung
  • Energiewende mit PV

Klare Kriterien bilden den Rahmen für unsere Finanzierungen


PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen unterliegen besonderen Voraussetzungen. Soziale und ökologische Kriterien helfen dabei, sinnvolle Projekte zu finden. Ausgeschlossen bleiben insbesondere Projektierer ohne ökologischen Leitfaden. Entspricht ein Projekt nicht den Standardkriterien wird dieses in einer Einzelfallentscheidung in Abstimmung mit dem Branchenkoordinator und dem Gremium inhaltliche Kreditvorabstimmung bewertet.

Die Kriterien orientieren sich eng an Einschätzungen des Umweltbundesamts, der Wissenschaft und Umweltorganisationen wie dem NABU und gehen über politische Vorgaben hinaus. Grundsätzlich stellen wir bei jedem Projekt die Frage, wohin die Gelder unserer Kund*innen fließen. Also wer den Ertrag aus den PV-Anlagen erhält. Vor Ort lebende Bürger*innen und ökologische Landwirte stehen dabei im Fokus. Sie sollen sich solidarisch und sozial an den Projekten beteiligen können. So bleiben Erträge in der Region und fließen zu den Menschen vor Ort zurück. Biobetriebe werden dabei bevorzugt.

Negative Umweltfolgen zu verringern, hat dabei Priorität. Wesentlich hierbei ist, wie groß eine Anlage ist und wie sie errichtet wird. Als weniger schädlich gelten z.B. kleine Anlagen entlang einer Autobahn.

 

 

  • sozial-ökologische Kriterien
  • über politische Forderungen hinaus
  • Ausschluss von Projektierern ohne ökologischen Leitfaden
  • Einzelfallentscheid bei Bedarf
  • Verringerung negativer Umweltfolgen

Wir beraten Sie gerne

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