Besser bio und fair statt "fast"

Der Winter kommt. Zeit für eine Bestandsaufnahme deiner Kleidung. Falls du jetzt feststellst, dass dir wirklich noch ein wärmendes Stück fehlt, schau dich doch einmal bei unseren GLS Kund*innen der nachhaltigen Mode um. Hier findest du Pullis, Jacken, Sweatshirts, Hosen, Wäsche, Schuhe und mehr, bio, fair, tiergerecht oder vegan. Vor allem langlebig statt "Fast Fashion".

Check die Siegel, wähl dein Lieblingsstück und pflege es gut. Denn die Herstellung, der Verkauf, der Versand, die Pflege, das Recycling und die Entsorgung von Kleidern haben ökologische und soziale Auswirkungen. Ob diese positiv oder negativ sind, entscheidest du mit jedem Euro, den du ausgibst.

Weißt du, dass ...

... die Herstellung von Kleidern 10 % der globalen CO2-Emissionen verursacht?

... es in der Textilbranche immer noch Sklaven- und Kinderarbeit gibt?

... 35 % des Mikroplastiks in den Meeren von Kunstfasern stammt?

... jedes 5. Kleidungsstück nach zwei Mal tragen auf dem Müll landet?

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Naturmode von GLS Kunden der nachhaltigen Wirtschaft

MELA

MELA steht für kompromisslos nachhaltige Mode, die fair und ökologisch in Indien produziert wird.

Models mit Pullis: Melawear produziert fair warme Kleidung aus Naturtextilien

  • Alle Produkte  -  Textilien, Rucksäcke, Taschen und Schuhe - bestehen aus Naturmaterialien und sind zu 100 % Fairtrade Cotton und GOTS zertifiziert.
  • Zum Sortiment gehören auch vegane Schuhe.
  • Seit seiner Gründung geht MELA gemeinsam mit Fairtrade den Weg einer gerechten Produktion und ist Pilotpartner beim neuen Fairtrade Textilstandard. So sollen Sozialstandards und existenzsichernde Löhne entlang der gesamten textilen Lieferkette umgesetzt werden.

Loveco

Loveco ist ein Onlineshop für Fair Fashion und informiert seine Kund*innen rund um Naturmode. Alle Produkte der angebotenen Labels sind vegan.

Loveco-Team: vegane Fair Fashion

  • Zertifizierung: GOTS, Fairtrade Baumwolle. Viele der Marken sind Mitglieder in der Fair Wear Foundation.
  • 100 % plastikfreier Versand bei Online-Bestellungen
  • Second Hand und nachhaltige Möbel in den Berliner Stores und im Office sowie Ökostrom durch Polarstern
  • Transparent: alle 3 Monate aktuelle Unternehmenszahlen
  • Komplett Investor:innen-frei finanziert mit der GLS Bank

VAUDE

VAUDE steht für umweltfreundliche, funktionelle Outdoor-Produkte aus fairer Herstellung.

Menschen im Schnee mit Vaude-Outdoorjacken ohne PFC

  • Green Shape: eigenes Siegel für Outdoorkleidung, weil es bisher kein ausreichend strenges Prüfsystem gab
  • Outdoor-Ausrüstung  nachhaltig, klimaneutral hergestellt
  • für die Kleidung verwendet VAUDE recycelte und nachwachsende Materialien, u.a. werden aus Autoreifen Regenjacken und Hosen.
  • VAUDE bietet eine komplett PFC-freie Kollektion an (mehr unter Infos)

Foto: VAUDE / M. Attenberger

Recolution

Recolution aus Hamburg setzt auf langlebige, urbane Basics. Die Streetwear wird hauptsächlich in Europa produziert.

  • Zertifizierung: GOTS, PETA-approved Vegan, kbA Baumwolle
  • ständige Erhöhung des Anteils recycelter Baumwolle, um ein Kreislaufsystem zu schaffen. Outerwear aus recyceltem Post-Consumer Polyester mit GRS Zertifikat.
  • Verpackung und Versand sind plastikfrei. Für Teile der Lieferkette und im Unternehmen anfallende Abfälle, wo dies nicht möglich
    ist, kompensiert recolution über einen Kooperationspartner in Indonesien.
     

Maas Natur

Seit mehr als 35 Jahren gibt es ökologische und faire Mode von Maas Natur. Die Kleidung wird überwiegend in Europa produziert.

2 Männer: maas natur Mode

  • Gründungsmitglied des IVN (Internationaler Verband Naturtextilien)
  • Kleidung fast ausschließlich aus kbA- und/oder kbT-zertifizierten Fasern
  • bewusste Entscheidung für einen reinen Familienbetrieb
  • Maas Natur erstellt regelmäßig einen Gemeinwohlbericht
  • sehr vielfältiges Angebot

 

Armedangels

Armedangels bietet zeitlose, hochwertige Mode. Ein besonders Anliegen ist Armedangels die Verwendung recycelter Fasern sowie Kreislaufwirtschaft.

Armed Angels Naturmode

  • Zertifizierung: GOTS, Global-Recycled-Standard (GRS)
  • Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder recycelt
  • Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) oder recycelt
  • recycelte Synthetikfasern (rPET)
  • Die neue, gemütliche Knitwear Kollektion besteht aus einer Mischung hochwertiger reiner Wolle und recycelten, zertifizierten und teils rückverfolgbaren Fasern. Ziel ist ein möglichst minimaler ökologischer Fußabdruck.
  • Bei manchen Produkten wird der Gewinn gespendet, wohin ist in den Produktdetails angegeben.

Finkhof

Die Schäfereigenossenschaft Finkhof stellt zeitlose Mode her. Die Schurwolle ist aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, ein großer Teil regionaler Herkunft.

  • Zertifizierungen: GOTS und IVN BEST, zwei der strengsten Siegel im Naturtextilbereich
  • Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT)
  • überwiegend regionale Wolle
  • Wolle-Seide-Gemische
  • warme Unterwäsche, Socken, Naturbettwaren, Wolldecken, Hausschuhe aus Wolle, Accessoires und Naturkosmetik

Engel

Alle Produkte des Familienunternehmens Engel werden in Deutschland hergestellt. Das Angebot reicht von Wäsche bis Oberbekleidung.

  • Zertifizierungen: GOTS, IVN Best, zwei der strengsten Siegel im Naturtextilbereich
  • Alle Engel-Produkte sind aus 100 % Naturfasern und fair hergestellt sowie schadstofffrei.
  • Textilabfälle werden zum Teil für die „Reborn“-Kollektion verwendet.
  • nachhaltige Abfallwirtschaft
  • Strom aus der eigenen Solaranlage auf dem Dach

Waschbär

Der Waschbär Umweltversand hat ein großes Naturmoden-Sortiment. Waschbär ist ein Unternehmen in Verantwortungseigentum.

  • Zertifizierungen: großes Angebot an GOTS-zertifizierten Textilien (Global Organic Textile Standard)
  • Mitglied der Fair Wear Foundation
  • Baumwoll-Produkte zu 100 % kbA-Baumwolle, Textilien aus Wolle zu über 88 % aus kbT-Wolle
  • Einsatz für mulesingfreie Wolle. Beim Mulesing wird Schafen ohne Betäubung die Haut um den Schwanz entfernt.
  • Neue Funktionswäsche aus Bio-Wolle und Bio-Seide 

Deerberg

Deerberg bietet zertifizierte Naturmode und Schuhe, letztere zum Teil pflanzlich gegerbt oder vegan. Die Produktion erfolgt vor allem in Europa.

  • Zertifizierungen: Deerberg ist seit fünf Jahren nach dem strengen Umwelt- und Sozialstandard GOTS zertifiziert. Seit 2021 tragen viele Artikel den Grünen Knopf.
  • Fair Wear Mitglied
  • In der Deerberg-Textilkollektion sind 100 % aller Baumwollartikel bio, davon sind 85 % GOTS-zertifiziert.
  • Immer häufiger werden ressourcenschonende Recycling-Materialien verwendet.
  • Hilfe bei Reparatur und Beschaffung von Ersatzteilen (Neubesohlung, Knöpfe, Schnürsenkel, etc.)

Durchblick im Siegel-Dschungel

IVN, GOTS, Fair Trade Textil, Fair Wear Foundation, Grüner Knopf

Siegel Initiator Anforderungen Abdeckung ökologische Kriterien soziale Kriterien Glaubwürdigkeit
IVN Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V am strengsten gesamte Lieferkette
  • 100% Naturfasern aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) bzw. Tierhaltung (kbT)
     
  • max. 5 % synthetische Fasern
     
  • Verbot von gefährlichen Substanzen
  • Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit
  • sichere und hygienische Arbeitsbedingungen
  • fairer Lohn
  • zumutbare Arbeitszeiten
hoch
GOTS Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. streng textile Lieferkette*
  • „Organic“ („Bio“): mind. 95 % Bio-Faser-Anteil
  • „Made with organic" („hergestellt mit Bio-Fasern“): mindestens 70 % Bio-Fasern-Anteil 
  • Verbot von gefährlichen Chemikalien
  • Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit
  • sichere und hygienische Arbeitsbedingungen
  • existenzsichernder Lohn
  • Recht auf Tarifverhandlungen
hoch
Fair Trade Textil Fairtrade Labelling Organizations International streng bei sozialen Aspekten textile Lieferkette*
  • Minimierung der Treibhausgase
  • Verbot von gefährlichen Chemikalien
  • Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit
  • sichere und hygienische Arbeitsbedingungen
  • Umsetzung existenzsichernder Löhne innerhalb von sechs Jahren
  • Recht auf gewerkschaftl. Organisierung
hoch
Fair Wear Foundation NGOs, Gewerkschaften,  Wirtschafts- und
Handelsverbände
streng bei Arbeitsbedingungen für Näher*innen Konfektion

 

  • Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit​
  • sichere und hygienische Arbeitsbedingungen
  • existenzsichernder Lohn 
  • Begrenzung der Arbeitszeit
  • Recht auf gewerkschaftl. Organisierung
hoch
Grüner Knopf Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung
gering textile Lieferkette*
  • Verwendung von Naturfasern aus Ökolandbau
  • kontrollierter Einsatz gesundheitsschädl. Chemikalien
  • Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit​
  • sichere und hygienische Arbeitsbedingungen
  • Mindestlohn im Produktionsland (muss nicht existenzsichernd sein)
  • Recht auf gewerkschaft. Organisierung 
gering

Die ist ein Überblick und Einschätzung der häufigsten Siegel.

Quellen: Siegelklarheit Textilien (GIZ), fairlier Textilsiegel, Verbaucherzentrale, FaireKleidung

* Anbau der Naturfaser wird nicht berücksichtigt

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Raus aus dem Retourenwahnsinn

Frau mit Paketen: weniger Retouren

Wohin mit der Wolle von Schafen?

Schafwolle

Gute Alternativen zum Neukauf sind Second Hand Kleidung und Kleidertausch.

Second Hand Läden gibt es fast in jeder Stadt und als Online-Plattform. Bei Tauschparties kannst du deine eigene Kleidung gegen andere tauschen. Auch Kleider leihen ist möglich (mehr darüber erfährst du in unserem Blogbeitrag).  

Das Lieferkettensorgfaltsgesetz (kurz Lieferkettengesetz) soll dafür sorgen, dass Unternehmen darauf achten, dass in "ihrer" Lieferkette die Menscherechte und umweltbezogene Sorgfaltspflichten beachtet werden.

Gerade in der Textilindustrie gibt es nach wie vor Kinder- und Sklavenarbeit, soziale Mindeststandards nicht eingehalten, Menschenrechte werden missachtet und Menschen und Umwelt durch den Einsatz gefährlicher Stoffe gefährdert.

Das Lieferkettengesetz tritt am 1. Januar 2023 in Kraft und gilt zunächst für Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten in Deutschland, ab 2024 für Unternehmen mit über 1.000 Beschäftigten in Deutschland.

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Outdoorkleidung soll warm, robust, atmungsaktiv und wasserabweisend sein. Doch die Ökobilanz ist erschreckend. Plastik- statt Naturfasern, eine unüberschaubare Anzahl von Chemikalien bei der Produktion sowie eine Reise um die Welt sorgen dafür, dass High-Tech Kleidung extrem umweltbelastend ist. 

Was macht Outdoorkleidung bisher so umweltschädlich?

Bei der Herstellung von Outdoor-Ausrüstungen werden per- und polyfluorierte Chemikalien, kurz PFC, verwendet. PFC sind fett- und wasserabweisend, atmungsaktiv und besonders stabil. Durch die Stabilität verbleibt die Chemikalie lange in der Umwelt und reichert sich in Organismen an. Sie gilt als gesundheitsgefährdend und kann die Fortpflanzung beeinträchtigen. Eine Regenjacke besteht aus mindestens zwei wasserabweisenden Schichten; einer Membran, die den Feuchtigkeitshaushalt reguliert, und der Deckschicht, die Wasser abperlen lässt. In beiden Schichten kommt PFC zum Einsatz.

Produktionsstätten in Asien und undurchsichtige Lieferketten

Fast alle Produktionsstätten für Outdoorkleidung befinden sich in Asien. Dort gibt es so gut wie keine Standards wie geschultes Personal, sichere Produktionsstätten oder ein gutes Abfallmanagement. Immer wieder wird in Studien nachgewiesen, dass krebserregende, giftige oder gesundheitsschädliche Verbindungen zur Herstellung der Textilien verwendet werden. Auch an die Deklaration der Inhaltsstoffe halten sich nicht alle Hersteller.

Gibt es Alternativen?

Ja. Der Hersteller Vaude zum Beispiel kann bereits jetzt auf eine komplett PFC-freie Bekleidungskollektion verweisen. In den unternehmenseigenen Produktionsstätten ist die Marke außerdem führend in Sachen Nachhaltigkeit und fairem Handel und verwendet nahezu ausschließlich recyceltes Verpackungsmaterial. Einige Kleidungsstücke sind aufgrund der Verwendung von Tencel zu 100 % biologisch abbaubar, wie beispielsweise das Fleece. Tencel basiert auf Holz.

Letztlich hilft vor allem ein anderes Konsumverhalten: Wenn wir uns jedes Jahr eine neue Winterjacke kaufen, ist das per se nicht umweltfreundlich. Hochwertige Textilien, die wir 5 bis 10 Jahre und länger tragen, sind am Ende nicht nur nachhaltiger, sondern schonen auch unseren Geldbeutel.