Green City Energy

Eine Umweltbilanz genügt nicht.

„Wie wollen wir leben?“ war das Thema der GLS Jahresversammlung im letzten Juni. Mit diskutiert hatte die Transformationsforscherin Luise Tremel, die vor dem Hintergrund ihrer
Forschung darstellen konnte, dass auch die Unternehmen sich einbringen müssen, wenn gesellschaftlicher Wandel gelingen soll. Um das Gespräch fortzusetzen, fahren wir mit ihr nach München und sprechen mit Jens Mühlhaus, Vorstandsmitglied der Green City Energy AG.

FALK ZIENTZ: Ein Münchner Freund, den ich nach Green City gefragt habe, sagte mir: „Die sind großartig. Aber mir ist nie klar, ob das ein Unternehmen ist oder ein Campaigner.“ Überrascht Sie das?

JENS MÜHLHAUS: Nein, gar nicht. Dass wir Kampagnen und wirtschaftliche Projekte machen, hat zutiefst mit unserer Geschichte zu tun. Mit der Wanderbaumallee hat vor 25 Jahren
alles angefangen. Wir begrünen die Stadt mit mobilen Bäumen und zeigen, wie schön sie sein könnte, als ein Event. Im Anschluss werden die Bäume aber auch eingepflanzt — das
heißt, wir verhandeln mit dem Baureferat und den Bezirksausschüssen und schließlich kommt der Bagger. Kampagne und den wir auf städtischen Gebäuden installiert haben. Nachdem
die rot-grüne Bundesregierung die Einspeisevergütung eingeführt hatte, bekam die ganze Erneuerbare-Energien-Branche eine unglaubliche Dynamik. Daraus ist letztlich unser großer Wirtschaftsbetrieb — die Green City Energy AG — entstanden. Das hat für alle „Familienmitglieder“ Vorteile. Unser Verein kann sich politisch positionieren und die AG kann
unternehmerisch die Weichen für die Energiewende stellen. Am Beispiel der Münchner Stadtwerke lässt sich dies schön verdeutlichen. Der Verein fordert das Abschalten des Kohlekraftwerks. Gleichzeitig kooperiert unsere Aktiengesellschaft mit den Stadtwerken beim Bau und der Betriebsführung des Praterkraftwerks in München. Beide Positionen sind notwendig.Und beide sind wichtige Schlüsselfunktionen für den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien.

LUISE TREMEL: Also arbeitet der Verein gegen das Alte, nämlich Kohle und Atom, und gleichzeitig das Unternehmen für das Neue, nämlich die erneuerbaren Energien?

JENS MÜHLHAUS: Genau. Für die Green City Energy AG gilt derzeit: Zubau, Zubau, Zubau. Die Energiewende gelingt nur, wenn schnell neue regenerative Kraftwerke hinzukommen.
Nur dann können wir die Klimaziele erreichen und die Atomkraftwerke abschalten. Im nächsten Schritt ist dann notwendig, dass erneuerbare Energien wirtschaftlich eigenständig werden. Die Einspeisevergütung endet bald und wir müssen frei von politischen Handlungen unseren Strom verkaufen können. Er muss günstiger sein als Kohle- oder Atomstrom.

Text: Falk Zientz

Foto: Green City Energy / Sina Scherer-Isen
 

Link zur Webseite des Unternehmens

Lesen Sie das vollständige Interview im Bankspiegel 2/2017 (S.12).

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