Soziales & Gesundheit: Troxler-Haus



Troxler-Haus: Bildung und Arbeit für Menschen mit Behinderung

Wie kann ein Mensch mit Behinderung ein erfülltes Leben führen? Wie lassen sich seine Fähigkeiten fördern? Wie kann er sie in die Gesellschaft einbringen? Wie kann das Leben von behinderten Menschen vom Anfang bis zum Ende angemessen begleitet werden? All diese Fragen stellt und beantwortet das Troxler-Haus in Wuppertal.

Die sozialtherapeutischen Werkstätten in Wuppertal  bieten mit ihren  unterschiedlichen Einrichtungen - vom integrativen Waldorfkindergarten bis zur Altenpflegestätte, von der Backstube bis zur Metallwerkstatt, von den Wohnsiedlungen bis zum Bauernhof - rund 450  seelenpflege-bedürftigen Menschen Entwicklungsmöglichkeiten und eine Heimat.

Die Arbeit des Troxler-Hauses basiert auf dem anthroposophischen Menschenbild und der Überzeugung, dass der Wesenskern eines Menschen nicht krank sein kann. Dazu ergänzt Rüdiger Rehbein, Vorstand der Troxler Schule: „ Behinderung wird nicht als ein zu beseitigender Fehler angesehen, sondern es gilt, die Fähigkeiten des Einzelnen zu stärken.“

Sozial handelnder Mensch durch Arbeit

Im Troxler-Haus steht der betreute Mensch im Mittelpunkt der Werkstätten. Durch die Beschäftigung und Hinwendung zur Arbeit können individuelle Stärken entfaltet werden. In der Zusammenarbeit mit anderen wird gemeinschaftlich das Ziel bestritten, Waren herzustellen, die anderen Menschen von Nutzen sind. Dabei tritt die Behinderung selbst mit der Zeit in den Hintergrund.

Je nach Fähigkeiten und Interessenlage der Beschäftigten, können sie in der Schreinerei, Keramikwerkstatt, Montage, Gärtnerei, Bäckerei, Leder- und Metallwerkstatt usw. arbeiten. Um dem persönlichen Therapiebedarf jederzeit gerecht zu werden, gibt es zusätzlich Angebote wie Musik, Malen, Heileurythmie oder Sprachgestaltung. Die gefertigten Produkte werden teils selbst verwendet, teils verkauft. So beliefert das Troxler-Haus weltweit Waldorfschulen mit Heften und ist mit eigenen Holzstühlen in die Serienproduktion gegangen.

Neben dem Bedürfnisfeld „Arbeit“ bietet die Einrichtung auch Wohnstätten. In kleineren Wohneinheiten mit rund acht Personen erleben die Betreuten eine intensive Gemeinschaft mit  vielen Aktivitäten wie Urlauben, Konzertbesuchen und Sportangeboten. Aktuell leben mehr als 50 Menschen mit verschiedensten Handicaps in den Wohnbereichen und auf dem Bauernhof.

Wirtschaft und Soziales gehen Hand in Hand

Das Troxler-Haus beweist mit seinen vielschichtigen Ausprägungen seit 1961, dass sich Wirtschaft und Soziales verbinden lassen. Auf diesem dualen System beruhend liegt es für Peter Gutland, Vorstand des Dachvereins, „auch praktisch auf der Hand", mit der GLS Bank als Finanzierungspartner zu kooperieren. „Wer Dinge hinterfragt, für den ist es ja ein Muss.“

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Fotos: GLS Bank Archiv


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