Ernährung: Flores Farm



Die Kunst des fairen Nussknackens

Ein Weltenbummler war Jochen Wolf eigentlich schon immer. Zahlreiche Länder bereiste er quer über den Globus, bevor er im elterlichen Heizungs- und Sanitärgroßhandel durchstartete. Zehn Jahre strammes Business mit dem Vater und anschließend eine Karriere im Designbüro der Schwester folgten. Schließlich brachte ihn eine weitere Fernreise mit einem Studienfreund auf die indonesische Insel Flores zu dem, was ihn früher schon fasziniert hatte – fremde Kulturen und die Freude zu helfen. Die Bevölkerung der indonesischen Insel Flores produzierte biologische Cashewnüsse von ausgesuchter Qualität, allerdings wollte keiner diese Nüsse abnehmen. So mussten die Familien weit unter dem Preis an konventionelle Händler verkaufen. Die Abhängigkeit und Verzweiflung der dortigen Bevölkerung gab die Initialzündung und Flores Farm war gegründet. Die gibt es nun schon seit über fünf Jahren, mit Stammsitz in Stuttgart. Die Nussverarbeiter der Flores Farm haben sich für ein aufwändiges Knack- und Trockenverfahren entschieden, damit Wertvolles auch wertvoll bleibt. Bei dem einzigartigen Knackverfahren wird jede Nuss einzeln von Hand geknackt und danach bei maximal 45°C schonend getrocknet. Zum Vergleich:

Herkömmliche Bio-Kerne werden 1-2 Stunden bei ca. 80°C getrocknet. Durch das kalte Knacken und die schonende Trocknung der Flores Farm wird gewährleistet, dass der Cashew-Kern nicht nur sein volles Aroma, sondern auch seine kostbaren Bestandteile erhält. Neben Mineralien besitzt ein Cashew-Kern nämlich Vitamine und einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, die außerordentlich wichtig für die Gesundheit sind. Die hohe Qualität der Nüsse kann jedoch nur gesichert werden, wenn alle Beteiligten davon profitieren. Daher unterstützt Flores Farm durch fairen Handel vier Farmerkooperativen und deren 560 Familien. Das Projekt fördert die Aus- und Weiterbildung der Farmer und trägt durch faire Preise zu höheren Einkommen und einer besseren Zukunft der Menschen auf der Insel Flores bei. Heute vermarktet die Firma über 30 Bio-Produkte und importiert aus 15 Ländern. Das Unternehmen konzentriert sich auf Trockenfrüchte und Nüsse, wie beispielsweise Ananasringe aus Ghana, Mangostücke aus Burkina Faso, Gojibeeren aus China oder Macadamia aus Kenia. Mit den vielen exotischen Früchten und Nüssen wurde eine Marktnische entdeckt und mittlerweile haben sich die beiden sogar zu echten Food-Scoutern entwickelt. Als erstes Bio-Unternehmen importierten sie getrocknete Physalis nach Deutschland, jetzt sind es ,,wilde Erdnüsse“. Es warten aber weitere unentdeckte Nüsse auf ihre Vermarktung. Die beiden Gründer möchten nicht nur ökologische Produkte mit hoher Qualität an den Verbraucher bringen, sondern auch den fairen Handel stützen und aktive Entwicklungshilfe leisten. Das Ziel ist, dass alle Projektbeteiligten materiellen und ideellen Erfolg genießen und die Kunden Freude am Entstehen und Genießen der Lebensmittel haben.

Die GLS Bank stellte der Flores Farm GmbH für eine Warenfinanzierung 230.000 Euro bereit.

Weitere Informationen zu Flores Farm, sowie einen Online-Shop, finden Sie unter:

www.floresfarm.com

Copyright Fotos: Flores Farm GmbH

Stand: 2012


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