Bildung & Kultur: Oko Private School e.V.



Eine besondere Schule für besondere Kinder

Mirja Helene Lehleuter, Praktikantin im Marketing, im Interview mit Axel Harloff, erster Vorstand des OKO PRIVATE SCHOOL Talent-Schule Hamburg Eltern, Freunde, Förderer e.V.

Was ist das für eine Schule?

Die OKO PRIVATE SCHOOL ist ein Gymnasium für besonders und hoch begabte, kreative und querdenkende Kinder mit einem Angebot, das es so im Hamburger Schulwesen bisher nicht gibt. Hierzu gehören

  • gemeinsames Lernen aller besonders talentierter und hoch begabter Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur;
  • Betreuungs- und Beschulungsmaßnahmen für besonders und hoch begabte Minderleister („Underachiever“) mit speziellem Förderbedarf;
  • Auflösung von Jahrgangsklassen zugunsten altersgemischter besonders kleiner Lerngruppen;
  • systematische Einführung des „Schulischen Enrichment Modells – SEM“ .
  • Unser Grundsatz ist: Nicht der Schüler soll für die Schule, sondern die Schule soll für den Schüler passend gemacht werden.

Bei uns gibt es keinen Unterricht im klassischen Sinne, sondern wir setzen bei den vorhandenen Fähigkeiten des Kindes an, nutzen seine Talente zur Bildung von noch nicht vorhandenen Grundfertigkeiten und erarbeiten – seiner natürlichen Neugierde folgend – notwendige Wissensbereiche auf. wir arbeiten von Anfang an so, dass es immer noch etwas zu entdecken gibt. Bereits früh werden die Kinder fächerübergreifend in Geschichte, Religion, Naturwissenschaften eingeführt, lernen forschend zu arbeiten und sich in Kunst, Musik und Theater auszudrücken. Wir vernetzen uns mit Praktikern verschiedenster Bereiche. Exkursionen in Handwerkerbetriebe wie auch zur Uni, zu Theatern oder Museen gehören selbstverständlich zu unserer Lernarbeit Der Schultag hat verlässliche Rituale und Zeitstrukturen, bietet auch individuelle und hat ausgewogene „Pflicht- und Küranteile“.

Was sind besonders und hochbegabte Kinder?

Generell wird die Höhe der intellektuellen Begabung als „besonders begabt“ ab einem IQ von 115 und als „hoch begabt“ ab einem IQ von 130 definiert. Es geht vornehmlich um geistige Fähigkeiten, künstlerische, sportliche oder emotionale Fähigkeiten können per Begabungstest nicht erfasst werden.
Die Talente der OPS Schüler sind vielfältig. Wir haben mathematisch- und naturwissenschaftliche Talente ebenso wie musische, tänzerische, sportliche oder sprachliche. Viele unsere Schüler haben ein großes Interesse für Geschichte. Alle können hervorragend diskutieren und besitzen ein starkes Rechts- und Unrechtsempfinden.

Welche speziellen Bedürfnisse haben besonders oder hochbegabte Kindern?

Wir arbeiten in jahrgangsgemischten Lerngruppen, die in der Regel zwei Klassenstufen umfassen. Das hat den Vorteil, dass gut binnendifferenziert gearbeitet werden kann, ohne dass Schüler ausgeschlossen oder als Streber bezeichnet werden. Besonders und hoch begabte Schüler benötigen in der Regel einen sie fordernden Unterricht und mögen keine aus ihrer Sicht unnötigen Wiederholungen. Sie nehmen schnell auf, tun sich allerdings schwer mit Anforderungen, wie das Einhalten bestimmter Reglements bei Prüfungen. Der notwendige Stoff kann also zügig bearbeitet werden, was erlaubt, ihn je nach Schülerinteresse vertiefend zu bearbeiten. Die OPS-Schüler arbeiten gern selbstbestimmt in ihrem Lern- und Arbeitstempo und bevorzugen häufig die eigene PräsentationDie OPS-Schüler gestalten den Unterrichtsablauf immer mit und machen eigene Vorschläge, welche Lernformen sie jetzt gerade benötigen. Ein starkes Merkmal der OPS Schülerschar ist dabei das selbstkritische Umgehen mit den Argumenten der Lehrkraft und sich selbst. Die Lehrkräfte geben viele Anregungen in den Unterricht hinein und geben so den Schülern die Möglichkeiten zu forschendem und entdeckendem Lernen.

Ein weiteres Merkmal unserer Schülerschaft ist, dass sie Projekte bevorzugen, bei denen sie aktiv und verantwortungsvoll mitwirken können. Dabei werden häufig außerschulische Lernorte einbezogen. So stößt unser aktuelles Flüchtlingsprojekt auf großes Interesse. Begonnen hat es mit einem persönlichen Kontakt zu einem Syrer, der den Schülern von seiner Flucht erzählte. Die Fortsetzung fand in den Hamburger Messehallen mit konkreten Hilfsaktionen für Flüchtlinge statt, wo die Schüler mit großem Engagement zupackten und auch bis heute noch tatkräftig helfen. Jetzt plant die ganze Schule ein größeres Sportevent im Stadtteil, zusammen mit hiesigen Flüchtlingen, einem Sportverein und weiteren Schulen.

Die OKO PRIVATE SCHOOL ist eine private Schule, wie finanziert sie sich?

Wir finanzieren uns  gegenwärtig im Wesentlichen durch das Schulgeld und die Finanzhilfe der Stadt Hamburg. Das Schulgeld beträgt monatlich 200 Euro. Auf Antrag kann es entsprechend unserer Sozialstaffel reduziert werden. Zudem gibt es auf Antrag einige Freiplätze. Die Finanzhilfe der Stadt Hamburg ist per Gesetz geregelt und wird u.a. in Abhängigkeit von der Schüleranzahl gewährt. Daneben tragen zur Finanzierung der Schule Spenden bei. Das alles würde aber nicht ausreichen, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Gerade von der Schulleitung wird sehr viel Arbeit geleistet, die nicht ansatzweise leistungsgerecht vergütet werden kann.
In der den ersten drei Jahren stand der Schule allerdings die Finanzhilfe der Stadt nicht zur Verfügung. Diese Zeit konnte nur durch das Darlehen der GLS Bank überbrückt werden.

Warum hat sich der Verein für die GLS Bank entschieden?

Der Weg war sehr beschwerlich und mit vielen Unsicherheiten behaftet. Dabei ist das Angebot in Hamburg einmalig und notwendig. In einem ersten Schritt haben betroffene Eltern den Fördererverein gegründet. Die GLS Bank hat dieser besonderen Schulform von Anfang an viel vertrauen geschenkt, deshalb haben wir uns entschieden das Projekt mit der GLS Bank zu verwirklichen. Durch ein Darlehen ermöglichte die GLS Bank die Gründung der Schule.

Fotos: OKO PRIVATE SCHOOL Talent-Schule Hamburg Eltern, Freunde, Förderer e.V.

Stand: Dezember 2015


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