Bildung & Kultur: Freundeskreis Nepal e.V.



Nepal: Bildung gegen Analphabetismus

Nepal zählt zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Die Quote der Analphabeten lag im Jahre 2010 noch bei 60%. Weitaus höher ist die Zahl der Menschen ohne abgeschlossene Schulausbildung. Damit sind die Chancen dieser Menschen gering, ihre durch Armut geprägte Lebenssituation zu verbessern.

2001 wurde Claudia Salamon auf ihrer ersten Nepalreise mit der Armut konfrontiert. Aus zunächst privaten Aktionen entstand 2007 der Verein „Freundeskreis Nepal“ mit dem Ziel, durch Verbesserung der Bildung vor Ort Hilfe zu leisten für eine bessere Zukunft. Heute betreut der Verein mehrere Projekte. Neben dem sehr umfangreichen Projekt der „Bright Future School“ in Kathmandu wurde die Dorfschule in Karthali, einem Dorf auf 2000m Höhe im Himalaya gelegen, renoviert und ausgebaut, um die Unterrichtsbedingungen für die Kinder zu verbessern. Auch die Frauenschule in Naikap wird durch die Anschaffung von Unterrichtsmaterialien und Schulmöbeln unterstützt. Dort werden erwachsene Frauen unterrichtet. Sie erhalten so überhaupt erst die Chance auf Bildung, denn unter ihnen ist der Analphabetismus besonders hoch.

Eine neue Zukunft für die Bright Future School durch GLS Bürgschaften

Ein großes Projekt ist zurzeit der Neubau der Bright Future School in Kathmandu. Das bisherige Gebäude befand sich auf beiden Seiten einer viel genutzten Hauptstraße und wurde von dieser regelrecht geteilt. Nun soll die Hauptstraße auf vier Spuren ausgebaut werden. Die Schule fällt diesem Ausbau zum Opfer. Ein Neubau wurde nötig. Dieser sollte zunächst durch Spenden finanziert werden. Dann wurde das Projekt immer umfangreicher, so dass die Finanzierung durch eine Bank notwendig wurde. Die hohen Zinsen in Nepal von 15 bis 17 % waren aber für die Bright Future School und den Freundeskreis Nepal schwer zu tragen. So entstand die Idee einer Finanzierung über Deutschland. Die GLS Bank erklärte sich als einzige bereit, den Schulbau zu finanzieren. Abgesichert ist der Kredit über Bürgschaften von Mitgliedern des Freundeskreises Nepal e.V.

Persönliche Eindrücke

Vorrangiges Ziel ist jetzt, den Bau der Bright Future School zu beenden und neue Patenschaften zu gewinnen, um weiteren armen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Seit Vereinsgründung wurden schon mehr als 200 Paten gewonnen. Mit dem Geld aus einer Patenschaft wird das Schulgeld des Patenkindes gezahlt. Mitglieder des Freundeskreises fahren in der Regel einmal im Jahr nach Nepal. Dort verteilen sie die Gelder vor Ort und besuchen die Eltern der Patenkinder, um sich einen persönlichen Eindruck zu machen. Als „Danke schön“ erhalten sie viele persönliche Briefe und Zeichnungen der Patenkinder für ihre Patinnen und Paten in Deutschland. „Vor allem die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen vor Ort berühren uns immer wieder, so dass wir uns gerne für diese Menschen einsetzen“, so Dr. Lutz Fricke, Schatzmeister des Vereins. „Das Wie unseres Tuns wirkt auf uns selbst zurück und beglückt uns.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Ein weiteres Projekt des Vereins bildet der Bau rauchfreier Lehmöfen. Die Nepalesen kochen noch oft an offenen Feuerstellen oder nutzen Kerosinöfen. Nicht nur großflächige Verbrennungen - und dies besonders häufig bei Kindern - sind die Folge, auch führen die erhöhten Belastungen für Lunge und Augen zu langfristigen Schäden. Die Feuerstellen sollen nach und nach durch Lehmöfen ersetzt werden, die mit Dung befeuert werden, um so die Unfall- und Brandgefahr sowie die Luftverschmutzung zu verringern. Hier bietet der Verein Hilfe zur Selbsthilfe. Er bildet Menschen aus, die Öfen herzustellen und schult die Frauen im Umgang mit den neuen Kochstellen.

Zur Projektwebsite

Copyright Fotos: Freundeskreis Nepal e.V.


Nur Porträts aus folgenden Branchen und Gebieten anzeigen:

Teilen