Aktive Schule Leipzig

Eigenverantwortliches Lernen mit Freude und Wissbegierde

„Kindern die Lernfreude lassen und ihren inneren Weg unterstützen - das ist unser Grundgedanke.“ So beschreibt Ulrike Schauer einen Teil des pädagogischen Ansatzes der Aktiven Schule Leipzig. Angelehnt an die Konzepte der Pädagogen Maria Montessori und Célestin Freinet begann die Schule 2012 ihre Arbeit. Beide Reformpädagogen gehen von einem natürlichen Interesse des Kindes an einer sinnvollen Tätigkeit aus. Selbstgesteuertes Lernen ist somit einer der Kernaspekte der Pädagogik. Die Motivation soll von den Kindern selbst ausgehen. Kinder lernen von sich aus und sind autonom in Hinblick darauf, dass sie entscheiden, wann und wo sie etwas lernen möchten.

Und der Lehrer?

Der Lehrer hat die Rolle des Begleiters. Er steht den Kindern helfend und beratend zur Seite, nicht aber belehrend. Er unterstützt die Kinder nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen, wenn sie Hilfe einfordern. Die Schülerinnen und Schüler können sich aber auch anhand von eigens zur Verfügung gestellten Materialien selbst kontrollieren, z.B. korrekte Rechtschreibung mit einer selbst angelegten „Wortkartei“ erlernen. Oft helfen auch ältere Schüler. Eine Besonderheit ist nämlich, dass die Kinder in Stammgruppen mit unterschiedlichen Altersgruppen (6 bis 10 Jahre) gemeinsam lernen. So können sie sich gegenseitig helfen, voneinander lernen und haben in ihrer Stammgruppe eine Sicherheit durch den Verbund untereinander. Die Kinder lernen nicht nur selbständig zu arbeiten, sondern auch Verantwortung für die anderen Kinder der Gruppe zu übernehmen. 

Von der Theorie in die Praxis

Die Kinder lernen in der aktiven Schule nicht nur durch Theorie, sondern vor allem durch Anwendung und Umsetzung. Dazu stehen ihnen verschiedene Möglichkeiten und Materialien zur Verfügung. Die Arbeit in der Druckerei ist besonders beliebt. Die Kinder können dort ihre Schreibkenntnisse anwenden und dabei auch die Buchstaben fühlen und besser begreifen. „Die Kinder haben die Einladungskarten für die Weihnachtsfeier mit Begeisterung selbst gedruckt“, erzählt Ulrike Schauer.

Der Bäcker von nebenan in der Klasse?

Oft sind es aber nicht nur die herkömmlichen Lehrer, die die Kinder begleiten. Sie bekommen auch Unterstützung durch Experten/Profis aus anderen Berufsfeldern. Bäcker, Tischler oder Maler begeben sich zu den Schülern und gehen vor Ort ihrer eigenen Arbeit nach. Oder Eltern, Verwandte, die ein Hobby wie Töpfern oder Nähen ausüben, sind ab und zu in der Gruppe zu finden. Dabei können die Kinder selbst entscheiden, ob sie bei den angebotenen Fertigkeiten nur zusehen oder direkt mitmachen möchten. Die Kinder lernen selbstbestimmt und ohne jeglichen Zwang. Die Lehrer vergeben auch keine Noten. Es gibt Dokumentationen über die Entwicklung und den Lernerfolg der Kinder. Das Konzept ist angelehnt an den sächsischen Lehrplan. Für die weiterführende Schule kann allerdings keine Bildungsempfehlung ausgesprochen werden. Für den Besuch eines Gymnasiums müssen die Kinder einen Test schreiben, auf den sie entsprechend vorbereitet werden.

Schule mit Visionen

Zurzeit ist die Schule selbst noch am Anfang und besteht aus 14 Schülern. Vieles ist noch Neuland und wird noch optimiert. Zunächst wird die Schule selbst Schritt für Schritt wachsen müssen. Der Gedanke eines Kindergartens mit gleichem Konzept als Grundlage ist aber nicht von der Hand zu weisen. So haben Kinder, die das freie Lernen aus dem Kindergarten nicht gewöhnt sind, im Gegensatz zu Kindern aus Einrichtungen mit einem ähnlichen Konzept ein paar Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung. Außerdem ist der Bedarf an Kindergärten wie in ganz Deutschland auch in Leipzig sehr groß.

Starthilfe für Schulen durch die GLS Bank

Durch den Kontakt mit anderen freien Schulen, aber auch mit dem Bundesverband der freien Alternativschulen entstand die Verbindung zur GLS Bank. Die GLS Bank unterstützte die Aktive Schule Leipzig bei der Finanzierung ihres Starts.

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