Sonnenhaus

Unabhängig von Öl und Gas

Das erste Sonnenhaus der Region finanzierte die GLS Bank in Oberstrahlbach in Franken. Evelyn und Sven Schöllmann und Karin Amrhein planten als Baugemeinschaft zunächst, ein Bestandshaus zu renovieren. Das Vorhaben platzte. Als sie danach auf den Architekten Paul Heinl trafen, war die Idee, sich mit einem ökologisch hochwertigen, energiebewussten Wohnkonzept von Heizöl- und Gaspreisen unabhängig zu machen, schnell geboren.Sie beschlossen, sie in die Tat umzusetzen.

Wärme aus Holz und Sonne

Das Heizkonzept des komplett aus Holz erbauten Hauses beruht auf zwei regenerativen Energiequellen: Sonne und Holz. Dabei deckt die Sonne allein 70 Prozent der benötigten Wärme. Auf dem Dach zur Südseite erstrecken sich über 45 Quadratmeter Sonnenkollektoren. Ihre Ausrichtung wurde von Paul Heinl so berechnet, dass die Sonnenenergie in jeder Jahreszeit bestmöglich ausgenutzt wird. Große Glasflächen sorgen durch exakte Winkelberechnung der Sonneneinstrahlung dafür, dass es im Winter schön warm und im Sommer kühl im Haus bleibt. Das Herzstück des Sonnenhauses ist der „Puffer-Schichtenspeicher“.  

Dieser 8350 Liter Wasserspeicher erstreckt sich - als Wendeltreppe getarnt - über zwei Stockwerke. Er muss einmal gefüllt werden. Dann speichert er Sonnenenergie und erhitzt mit dieser Wasser, das über mehrere Tage bis Wochen warmgehalten wird.
Die Wärme wird in die Warmwasserleitungen und Fußbodenheizung eingespeist. Scheint einmal über längere Zeit die Sonne nicht, wird der Wasserspeicher zur Überbrückung mit einer Holzheizung erwärmt.

Bewährungsprobe bestanden

„Gerade erleben wir die erste knackige Winterkälte und im Haus ist es mollig warm, ohne dass wir anschüren. Die Sonne wärmt zum einen den Raum durch die Einstrahlung durch das Fenster und zum anderen über die Solaranlage, die den Pufferspeicher aufheizt und damit auch die Fußbodenheizung speist.“, berichtet Sven Schöllmann.

„Selbst in den sonnenlosen Tagen im November und Dezember mussten wir nur sparsam heizen. Der effektive Holzofen gibt die Wärme direkt an den Pufferspeicher weiter und der konserviert die Energie eine Weile. Wir haben bis jetzt vier Ster Holz verbraucht und werden wohl mit fünf bis sechs Ster für das ganze Jahr zurechtkommen.“

Zurzeit plant die Baugemeinschaft, einen Seminarraum anzubauen, mit Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. „Dann werden wir im Plusenergiebereich sein.“, so Sven Schöllmann.

Fotos: Copyright Karin Amrhein, Evelyn und Sven Schöllmann