Rohrmeisterei Schwerte

Von der Pumpstation zum Kulturzentrum

Etwas versteckt im nordrhein-westfälischen Schwerte liegt die Rohrmeisterei, ein Denkmal der Industriekultur. 1890 als Pumpstation zur Versorgung der umliegenden Stadt mit Trinkwasser erbaut und später als Reparaturstation für Rohre genutzt, wurde sie Anfang dieses Jahrtausends saniert. Hinter den gusseisernen Sprossenfenstern und dem rotem Stahlfachwerk führt heute eine gemeinnützige Bürgerstiftung ein Kulturzentrum - ohne öffentliche Subventionen oder Zuschüsse.

Bald mehr Platz im Neubau

Das Projekt trägt sich durch die Einnahmen aus der Gastronomie. Auf der Speisekarte finden sich fair gehandelter Kaffee, Biobier aus der eigenen Brauerei und Speisen aus regionalem, biologischem Anbau, teils garniert mit dem unnachahmlichen Senf aus der benachbarten Senfmühle. Doch ein zu kleiner Gang, zu wenig Kochplätze, beengter Arbeitsraum und alte, häufig defekte Geräte erschweren die Arbeit. Mit einem Kredit der GLS Bank errichtet die Bürgerstiftung daher einen Neubau mit einer deutlich leistungsfähigeren Küche. Im Sommer 2015 wird sie fertiggestellt. „Die Konzeption der GLS Bank berührte mich, und unsere Kundenbetreuerin, Katja Meyer, verlieh der Bank ein Gesicht. Ihre Wertschätzung unserer Arbeit tat gut“, erinnert sich Tobias Bäcker, geschäftsführender Vorstand der Bürgerstiftung Rohrmeisterei, an den ersten Kontakt. „Gewinne für etwas Gemeinnütziges einzusetzen, sehen viele Finanzierer negativ - aus Sicht der GLS Bank war es plötzlich ein Pluspunkt.“

Für kulturelle Vielfalt sorgt die Bürgerstiftung

Neben dem Restaurant und dem Bistro Unter’m Kran schuf die Bürgerstiftung mit der Rohrmeisterei einen Platz für kulturelle und private Veranstaltungen. Auch das integrative Jugendtheater Intro und die türkische die Jugendgruppe Genc Point treffen sich hier, im Ambiente aus Zeiten um die Jahrhundertwende. „Jugendliche in schwierigen Situationen finden bei uns einen Ausbildungsplatz“, hebt Bäcker das soziale Engagement der Stiftung hervor. Hinter dem Gebäude erstreckt sich ein kleines grünes Wunder. „Während des Umbaus hatte sich die Natur ihren Platz zurückerobert.“ Ohne Diskussion änderte die Stiftung die Sanierungspläne und ermöglichte den Erhalt des Biotops. Nun zirpen hier Grillen, flattern Libellen und quaken Frösche, während Besucher über einen Holzsteg durch das Biotop Richtung Ruhrtal flanieren können. Diese kreative Flexibilität und Ideen, die Energie und solide Wachsamkeit um gemeinnützige Ziele und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten zusammenbringen, sind für die Rohrmeisterei die Herausforderungen für die Zukunft.

Stand: September 2014

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