Information, Transparenz, Dialog
Die Anfänge
Die Wurzeln der GLS Bank reichen zurück bis in die 60er Jahre. Der Rechtsanwalt und Anthroposoph Wilhelm Ernst Barkhoff engagierte sich damals gemeinsam mit anderen für neue Lebens- und Wirtschaftsformen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stand die Finanzierung von Projekten in Landwirtschaft, Bildung und Heilpädagogik.
Bereits 1961 entstand in Bochum die Gemeinnützige Treuhandstelle e.V. (heute GLS Treuhand e.V.), die mit Spenden- und Stiftungsgeldern gemeinnützige Vorhaben unterstützte. 1967 folgte die Gründung der Gemeinnützigen Kredit-Garantiegenossenschaft eG (GKG) als Investitionsbank von gemeinnützigen, landwirtschaftlichen und gewerblichen Unternehmen und Projekten. 1974 wurde dann die GLS Gemeinschaftsbank eG (nachfolgend GLS Bank genannt) gegründet. Sie legte den Schwerpunkt auf die Finanzierung von ökologischen, sozialen und kulturellen Projekten, beispielsweise Waldorfschulen, Demeter-Höfe und Wohnprojekte.
Geld ist nicht einfach Geld
Die drei Einrichtungen verkörperten von Beginn an unterschiedliche Qualitäten: Geld als Zahlmittel, als Leih- sowie als Schenkungsgeld. Geld wird dabei als soziales Gestaltungsmittel eingesetzt. So erklärt sich auch der Name Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken. Aus diesem Gedanken entwickelten die Bankgründer typische Instrumente wie die Leih- und Schenkgemeinschaften, die Kostendeckungsumlage und das Angebot, bei der Geldanlage den Zinssatz zu wählen.
Öffnung für weitere Themen
Immer neue Themen wurden gesellschaftlich und so auch für die GLS Bank relevant. Neben Waldorfschulen wurden Montessori- und andere freie Schulen finanziert, in der Landwirtschaft zunehmend Bioland und andere Ökohöfe. Nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 kam als weiterer Schwerpunkt die Finanzierung von regenerativen Energien hinzu. 1989 wurde der erste GLS-Windkraftfonds aufgelegt.
Wachstum und Professionalisierung
Mit zunehmendem Wachstum wurde das Spannungsverhältnis zwischen Idealen und Sachzwängen in den 90er Jahren immer größer. Gesetzgebung, Anforderungen von Bankenaufsicht und von Kundenseite führten zu zunehmender Professionalisierung und einer Erweiterung des Angebotes. Die Entwicklung von speziellen Lösungen, die auf ein Projekt oder die Bedürfnisse einer Initiative zugeschnitten sind, blieben aber weiterhin charakteristisch für die GLS Bank.
Neuordnung
1997 wurden GLS Bank und GKG miteinander verschmolzen. Die GKG-Unternehmensbeteiligungen wurden von der neu gegründeten GLS Beteiligungs AG weitergeführt und ausgebaut. Das Kreditgeschäft wurde bei der GLS Bank angesiedelt.
Herausforderung Ökobank
Die Krise der Ökobank Anfang 2000 stellte die GLS Bank vor die Frage, wie sie reagieren sollte. Kooperation, Fusion, Übernahme wurden diskutiert. Sowohl äußere als auch interne Gegebenheiten führten dazu, dass sich die GLS Bank zunächst zurückzog. Nach weiteren zwei Jahren intensiver Diskussion und der Organisationsentwicklung innerhalb der GLS Bank sowie der Sanierung der Ökobank-Geschäfte durch die Bankaktiengesellschaft (BAG) Hamm, übernahm die GLS Bank Anfang 2003 die Ökobank-Geschäfte. Mit der Übernahme kamen zwei weitere Standorte in Frankfurt und Freiburg dazu und das GLS-Angebot wurde um das Girokonto, die nachhaltige Baufinanzierung sowie ethisch-ökologische Investmentfonds erweitert.
Weiterentwickelte Identität
Besonderes Augenmerk galt in der Integrationsphase den Kundinnen und Kunden sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Banken. Auch wenn Werte und Zielsetzungen sehr ähnlich waren, galt es, zwei unterschiedliche Unternehmenskulturen zusammenzuführen. Unter dem Motto „Unsere neue Bank“ gab es verschiedene Veranstaltungen. 2004 wurde ein gemeinsames Leitbild entwickelt. Entstanden ist hieraus eine weiterentwickelte Identität der GLS Bank, in die Elemente aus beiden Banken eingeflossen sind. Dies kommt auch im neuen Logo, das 2006 eingeführt wurde, zum Ausdruck.
Integration der IntegraBank
2008 erfolgte die Integration der IntegraBank, die 1972 im Umfeld der Katholisch-Integrierten Gemeinde gegründet wurde. Die Übernahme der Bankgeschäfte der IntegraBank durch die GLS Bank wurde von den Mitgliedern beider Banken mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Mit der hinzugekommenen Filiale in München stärkte die GLS Bank ihre Präsenz im süddeutschen Raum und ihre Position als Marktführer sozial-ökologischer Geldanlagen.
Eine weitere Filiale eröffnete die GLS Bank im April 2008 in Berlin. Neben ihrem Hauptsitz in Bochum ist die GLS Bank jetzt in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Freiburg und München vertreten.
Finanzkrise und Boom sozial-ökologischer Banken
Mit der Finanzkrise erreichen Fragen nachhaltigen Wirtschaftens im Finanzsektor immer breitere Schichten. Das Interesse und die Nachfrage nach sinnvollen, nachhaltigen Bankangeboten wachsen. Eine neue Kundschaft entwickelt sich, sogenannte „Kultur-Kreative“ und „Lohas“ (Lifestyle of health and sustainability). Sie machen auch einen wichtigen Teil der wachsenden Kundschaft der GLS Bank aus.
Das ohnehin kräftige Wachstum der GLS Bank verstärkte sich ab 2008 durch die Finanzkrise noch einmal zusätzlich. Im gleichen Jahr überschritt die Bilanzsumme der GLS Bank erstmals eine Milliarde Euro.
Hier finden Sie mehr Zahlen rund um die GLS Bank und ihr Wachstum.