Information, Transparenz, Dialog
Tagesschau.de, 21.04.2009, Eckart Aretz
<< tagesschau.de: Wo sehen Sie die Ursache der Krise?
Jorberg: Wo Geld mit Geld verdient wird, da entstehen Probleme. Viel zu lange ist es den Kapitalgebern weltweit gelungen, die Nachfrage für ihre Anlagen selbst zu erzeugen. Der US-Immobilienmarkt ist das beste Beispiel dafür, er wurde mit Hunderten Milliarden Dollar überschwemmt. Die Nachfrage nach Immobilien und damit die Preissteigerungen wurden nur möglich, weil Personen und Unternehmen Hypothekenkredite bekommen haben, die diese aus ihrem Einkommen nicht zurückzahlen konnten. Und so entfernten sich die Häuserpreise immer weiter von der wirtschaftlichen Realität. Das ging solange gut, bis die Blase geplatzt ist.
tagesschau.de: Das verlangt aber auch beim Kunden ein anderes Denken.
Jorberg: In der Krise sind viele Kunden zu den Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und auch zu uns gewechselt, weil sie überzeugt sind, dass die Anlagenpolitik hier nachvollziehbarer ist. Ich glaube, dass eine Bildungs- und Aufklärungskampagne dringend notwendig ist. Sie müsste deutlich machen: Geldanlegen heißt auch, eine Gesellschaft zu gestalten. Jeder einzelne Anleger muss sich der Frage stellen, was mit seinem Geld passiert. Alle müssen umdenken. >>